Kommentar: Mikado

Die Zahlen sind raus – jeder weiß, was sie bedeuten: 107 Millionen Euro in zwei Jahren weniger im Stadtsäckel kann man nicht so einfach wegstecken. Wir Bürger werden dieses Finanzloch zu spüren bekommen. Bleibt nur die Frage: Wo? Und wer wird mehr davon spüren, wer weniger?

Die SPD hat versucht, einen Bereich für sakrosankt erklären zu lassen. Damit hat sie sich bei den Gemeinderatskollegen eine Abfuhr geholt, ganz egal, ob die das richtig oder falsch finden. Denn es beginnt jetzt die Zeit des Haushalts-Mikados: Jeder versucht möglichst vorsichtig und leise sein Holzspießchen aus dem Chaos herauszuziehen. Wer nicht diskret mit spitzen Fingern sein Spießchen zieht, wer wackelt, der hat verloren. Keine Gruppierung traut sich im Moment zu sagen, wie das Finanzloch gestopft werden soll. Nicht einmal die Gegner des Neckarufertunnels trumpfen auf. Damit wäre man angreifbar.

Und OB Würzner macht es auf seine Weise genauso: Er gibt mit einer horrenden Sparvorgabe den „schwarzen Peter“ an die Ämter weiter: Irgendwie sollen sie für zwei Jahre 40 Millionen Euro streichen. Egal wie: Am Ende wird es größere und kleinere Grausamkeiten geben. Das sollte man den Heidelbergern rechtzeitig sagen.