Kommentar: Gegenleistung

Das Rektorat um Prof. Eitel hat einen großen Schritt getan, ist in Vorleistung getreten. „Keine Eskalation“ lautet die Devise, dem harten Kern der studentischen Protestierer will man den Wind aus den Segeln nehmen – wer nicht verfolgt wird, kann nicht die verfolgte Unschuld spielen. Die Ex-Besetzer der „Alten Universität“ sollen nicht die Gelegenheit bekommen, in eine Märtyrerrolle zu rutschen. Die wollen aber glauben machen, dass öffentlicher Druck das Rektorat zum Einlenken bewegt hätte. Wenn sie sich da mal nicht täuschen.

Die Ex-Besetzer müssen sich jetzt überlegen, welchen Beitrag sie zum inneren Frieden der Hochschule leisten wollen und können. Am einfachsten wäre, sich beim Rektorat zu bedanken. Größe wäre, sich für offenbar persönlich empfundene Verletzungen zu entschuldigen. Die Hochschulleitung hat gestern auch angekündigt, einen Dialog mit den Studentenvertretern anzustoßen, die im vorgegebenen Rahmen gewählt sind.Wenn die Ex-Besetzer wollen, dass die Protestbewegung vielleicht doch einbezogen wird, dann sollten sie ernsthaft über eine Gegenleistung nachdenken.

RNZ vom 23. Juni 2009