Kein Gehirn murrt

Tauben gurren. Im Kirchturm, auf dem Marktplatz, unterm Dachbalken und im Park. Die männliche Taube balzt gurrend um die Angebetete, die sich gurrend zur Verfügung stellt. Tauben gurren den ganzen Tag an jedem Ort in schier unendlicher Menge. Tauben müssen taub vom vielen Gurren ihrer Taubenpartner und Taubennachbarn sein. Und sind sie nicht selbst taub, so wird das lebende Umfeld eines Taubenschlages ein vom Gurren angeschlagenes Gehör haben.

Beim Menschen wurde jetzt festgestellt, dass Männer nicht ein angeschlagenes Gehör, sondern eine reduzierte Geräuschverarbeitung haben. Frauen nutzen mehr Hirn zum Hören. Im Vergleich zum schwachen Geschlecht befindet sich der männliche Lauscher auf dem Niveau eines Volksempfängers. Frauen hingegen schweben in den Sphären der Stereophonie und der Dolby-Surround-Systeme. Der Mann ist aus Hörsicht nur ein Leguan auf dem Archipel von Galapagos. Das Weib hat die Überfahrt zum Kontinent der Evolution vollbracht.

Der multidimensionale Hörgenuss der Frau steht dem monotonen und rudimentären Rauschen des Mannes gegenüber. Mit fatalen Folgen für das Beziehungsleben.

Tauben sind emanzipiert: Gleich ob Taube oder Täuberich, es wird gegurrt, so gut es geht. Kein Murren, nur gurren. Bald wird es mehr gurrende Tauben auf dem Planeten geben, als murrende Menschenpaare. Damit sind die Weichen gestellt. Von Frauen lernen, heißt hören lernen! Von Tauben lernen, heißt siegen lernen!